Artikel in den EN zu den "Puffertagen"

Dr. Klaus Kaindl hatte Gelegenheit, sich in einem Artikel der Erlanger Nachrichten zu den aktuellen Puffertagen zu äußern. Ein paar Zitate:

Notfälle werden behandelt
Klaus Kaindl, Vorsitzender der Initiative Erlanger Zahnärzte e.V. und stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Mittelfranken, hat selbst eine Praxis in Herzogenaurach. Auch er muss derzeit Patienten auf spätere Termine vertrösten. “Aber nur die, die zur Kontrolle kommen oder umfangreichere konservierende Maßnahmen vornehmen lassen wollen”, sagt er.

Für die Patienten sei das meist nur halb so schlimm, denn solche Termine würden in der Regel sowieso längerfristig vergeben. Notfälle werden bei ihm wie in allen anderen Praxen selbstverständlich weiterhin behandelt. Er sieht das Problem an ganz einer anderen Stelle: „Das Loch im Budget wird doch nur mit ins nächste Jahr geschleppt“, klagt er. Ein weiteres Problem sieht er darin, dass das Budget, mit dem die Leistungen der Zahnärzte in Bayern vergütet werden, aus verschiedenen Töpfen stammt. Beispielsweise aus dem für konservierende Leistungen auf der einen und aus dem für Zahnersatz auf der anderen Seite. „Jetzt sind ja nur die Brot- und Butterleistungen betroffen“, klagt der Zahnarzt. Sprich, die 40 Millionen Euro fehlen nur bei den Vorsorgeleistungen. Im Bereich Zahnersatz hätten die Kassen Überschüsse im dreistelligen Millionenbereich. Mit diesen Geldern dürfe die Lücke bei der Vorsorge aber nicht ausgeglichen werden. “Wenn die Kassen das machen würden, wäre das Problem sofort gelöst”, glaubt Kaindl.

Politisches Signal setzen
Während der Budget-Spartage appelliert er an die Zahnärzte in Erlangen, mit der Regelung verantwortungsvoll umzugehen, auch wenn sie im Notf all nicht die vollen Leistungen für eine Behandlung bekommen. „Wenn ein Patient sagt: ‚Ich fliege morgen für drei Wochen nach Brasilien‘, kriegt der natürlich noch seine Behandlung“, versichert Kaindl.

Zumindest einen Sinn hätten die Puffertage laut dem Vorsitzenden der Erlanger Zahnärzte e.V.: ein politisches Signal zu setzen. „Damit wollen wir auf die Mangelverwaltung des Budgets in Bayern aufmerksam machen“, sagt er.

Quelle: Artikel der EN vom 05.11.2008, siehe Download

Weitere Informationen